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Europäisches Parlament debattiert Recht auf Unerreichbarkeit

ÖGB - Beschäftige brauchen Rechtsanspruch

Diesen Mittwoch debattierte das europäische Parlament über das Recht auf Unerreichbarkeit. Es bedeutet, dass Arbeitnehmer nicht automatisch in ihrer Freizeit auf Anfragen oder Aufforderungen von Vorgesetzten oder diensthabenden Kollegen reagieren müssen. Einige Länder haben es bereits eingeführt. Allen voran Frankreich, aber auch Belgien, Italien und Spanien haben ihren Bürgern das Recht auf Unerreichbarkeit eingeräumt.

In der Resolution des Europaparlaments wird die EU-Kommission aufgefordert, einen Gesetzesvorschlag vorzulegen. Der ÖGB fordert eine enge Einbindung der Sozialpartner, allen voran, wenn es dann um die Durchsetzung in den Mitgliedstaaten geht.

Kritisiert wird der Lobbydruck von Arbeitgeberverbänden im Vorfeld der Abstimmung. Gerade in Zeiten von Home-Office verschwinden die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit. Zu viel Arbeit kann psychisch und physisch krank machen und schadet somit ArbeitnehmerInnen wie auch den ArbeitgeberInnen. Von einer ausgewogenen Work-Life-Balance profitieren alle Beteiligten. Deshalb gehört auch das Recht auf Unerreichbarkeit festgeschrieben.

Laut einer Online-Umfrage der AK zu Erreichbarkeit, an der sich 3500 Leute beteiligt haben, geben 81 Prozent der Arbeitnehmer in Österreich an auch außerhalb der Arbeitszeit für ihre Firma erreichbar zu sein. Drei Viertel davon bekommen aber dafür nichts bezahlt, so die Ergebnisse der Umfrage. Von insgesamt 54 Prozent der Befragten wird seitens des Arbeitgebers erwartet, dass sie schnellstmöglich reagieren.

ArbeitnehmerInnenrechte
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