Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichert diese Website Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen darüber finden Sie in den Nutzungsbedingungen. Nutzungsbedingungen
ÖGB-Europabüro

ÖGB/AK-Europa: Veranstaltung mit EGB und EGI zum diesjährigen Bericht "Benchmarking Working Europe 2018"

Erwerbstätige sind in 9 EU-Ländern noch immer schlechter gestellt als vor der Krise!


Auch dieses Jahr folgte Maria Jepsen, Leiterin der Forschungsabteilung beim Europäischen Gewerkschaftsinstitut (ETUI), der Einladung von ÖGB und AK an die Ständige Vertretung Österreichs bei der EU in die Avenue de Cortenbergh und präsentierte die zentralen Ergebnisse des Berichts „Benchmarking Working Europe 2018“, welcher seit 2001 jährlich erscheint. Bereits 2017 kam der Bericht zu der erschütternden Erkenntnis, dass die ArbeitnehmerInnen in 7 EU-Ländern heute schlechter dastehen als noch vor 8 Jahren. Diese Entwicklung hat sich im vergangenen Jahr verschärft. Waren es 2017 noch 7 EU-Länder, sind es 2018 bereits 9 EU-Länder. Auch EGB-Generalsekretär Luca Visentini und sein Stellvertreter Peter Scherrer kamen zur Vorstellung, mit der nun bereits eine Art „Tradition“ der Zusammenarbeit mit ÖGB und AK begründet wurde.
 
EU Kommission und Europäische Zentralbank fordern stärkeres Lohnwachstum

Esther Lynch, politische Sekretärin beim Europäischen Gewerkschaftsbund bestätigt den Trend des Berichts.  "Trotz aller Gespräche über eine wirtschaftliche Erholung sind Erwerbstätige in vielen EU-Mitgliedstaaten immer noch schlechter gestellt als vor der Krise und sie verlieren immer noch. Es ist kein Wunder, dass sogar die Europäische Kommission und die Europäische Zentralbank ein stärkeres Lohnwachstum fordern. Es ist nicht nur wichtig für soziale Fairness, sondern auch um Wachstum zu fördern und hochwertige Arbeitsplätze zu schaffen."
 
Die wichtigsten Ergebnisse des „Benchmarking Working Europe 2018“ Berichts

Obwohl die Europäische Union die höchste Wirtschaftswachstumsrate seit 2010 zu verzeichnen hat (2,8% im Jahr 2018), profitieren nicht alle EU-28 Mitgliedstaaten in gleicher Weise davon. Die Arbeitslosenquote bleibt in vielen Ländern hoch, bei gleichzeitig sehr geringem Lohnzuwachs und geringer Inflation. Betroffen sind vor allem die folgenden 9 EU-Mitgliedstaaten: Italien, Großbritannien, Spanien, Belgien, Griechenland, Portugal, Finnland, Kroatien und Zypern.
 
In der Studie, welche am 19. März vom Europäischen Gewerkschaftsinstitut veröffentlicht wurde, geht unter anderem hervor, dass:
  1. Eine ungerechte Verteilung des Wirtschaftswachstums stattfindet. Die neu beigetretenen EU-13 inklusive GR und ESP holen seit der Krise zu den alten EU-MS nicht mehr auf, und fallen seit 2015 sogar nach hinten. Das Investitionsvolumen verblieb in 14 MS unter Vorkrisenniveau, selbiges gilt für das Reallohnniveau in 8 MS.
  2. Nur in den ärmsten Mitgliedstaaten die Minimallöhne wachsen. Insgesamt bleibt die Lohndynamik, bis auf bei einzelnen MS (z.B. DE, PL), unter Vorkrisenniveau.
  3. Teilzeitarbeit, atypische und prekäre Beschäftigungsverhältnisse stark steigen und die scheinbar geringe Arbeitslosenquote verzerren.
  4. Die Sozialpartnerschaft die Arbeitsbedingungen nachhaltig verbessert. Eine deutliche Korrelation zwischen dem Grad der sozialpartnerschaftlichen Beteiligung und sozialer Ungleichheit wurde in den MS festgestellt.
PanelistInnen bemängeln „Europäische Säule sozialer Rechte“
 
In der darauffolgenden Paneldiskussion kamen auch einige Kritikpunkte im Hinblick auf die „Europäische Säule sozialer Rechte“. Die EU-Abgeordnete Gabriele Zimmer betonte, dass es sich auf ein „politisches Zugeständnis ohne Einklagbarkeit“ handelt. Auch Luca Visentini, Generalsekretär des EGB sieht in der Säule sozialer Rechte zwar einen wichtigen, aber bisher eher symbolischen Schritt.
 
Veranstaltungsreihe stößt auf hohes Interesse 

Auch dieses Jahr wurde die Veranstaltung durch den Leiter des ÖGB- Europabüros in Brüssel, Oliver Röpke und dem Direktor des Europäischen Gewerkschaftsinstituts, Philippe Pochet sowie zusätzlich Peter Scherrer, stellv. Generalsekretär des EGB, eröffnet. Wie bereits im vorherigen Jahr, stieß auch dieses Jahr das Event auf hohes Interesse, wiederholt waren über 100 InteressentInnen anwesend.

 

Newsletterauswahl

ÖGB-EU Newsletter

Geschlecht
Geschlecht:
Name
ArbeitnehmerInnenrechte
EGB
EGB als wichtiger europäischer Partner
EWSA
Europäischer Wirtschafts- und Sozialausschuss

Artikel weiterempfehlen



© COPYRIGHT 2017 ÖGB, IMPRESSUM UND DATENSCHUTZ