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Rezession in Europa fällt stärker aus als befürchtet

Einbruch des Privatkonsums auch in Österreich


Die Rezession in der Europäischen Union aufgrund der COVID-19-Pandemie wird schlimmer ausfallen als befürchtet. Verglichen mit der letzten Prognose der EU-Kommission vom Mai dieses Jahres wurde der Rückgang des Wirtschaftswachstums EU-weit um rund 1% nach unten korrigiert. In ihrer heute vorgestellten Sommerprognose 2020 geht die EU-Behörde nun davon aus, dass die Wirtschaft des Euro-Währungsgebiets 2020 um 8,7 % schrumpfen und 2021 dann um 6,1 % wachsen wird. Die Wirtschaft der gesamten Union dürfte 2020 um 8,3 % schrumpfen und 2021 um 5,8 % wachsen.

Kurzarbeit in Österreich erreicht Höchstniveau im Mai

Der Lockdown aufgrund der COVID-19-Pandemie hat in Österreich im ersten Quartal 2020 zum Einbruch des Privatkonsums geführt. Die Corona- Pandemie und die damit verbundenen Eindämmungsmaßnahmen haben die österreichische Wirtschaft stark beeinträchtigt und zu einer Schrumpfung des BIP im Quartalsvergleich um 2,6% im ersten Quartal 2020 geführt. Infolge der getroffenen Eindämmungsmaßnahmen stieg die registrierte Arbeitslosigkeit im März und April deutlich an und bleibt trotz des seitherigen Rückgangs auf hohem Niveau. Die erhebliche Zunahme der Kurzarbeit, die im Mai mit mehr als 1,3 Millionen Anträgen ihren Höhepunkt erreichte, ist ein weiterer Hinweis auf die Auswirkungen der Krise auf den österreichischen Arbeitsmarkt, stellt der Kommissionsbericht fest. 
 
Große Unsicherheit prägt weitere Entwicklung der Wirtschaft 

Paolo Gentiloni, EU-Kommissar für Wirtschaft, äußerte sich in der anschließenden Pressestunde der Kommission zur Prognose: „Das Coronavirus hat inzwischen weltweit mehr als eine halbe Million Menschenleben gekostet, und diese Zahl steigt noch immer Tag für Tag – in manchen Teilen der Welt sogar alarmierend schnell. Die Prognose verdeutlicht die verheerenden wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie.  Doch ob sich die Prognose als richtig erweisen wird, ist dieses Mal mit hohen Risiken verbunden, denn das Ausmaß und Dauer der Pandemie als auch eventuell in Zukunft notwendige Eindämmungsmaßnahmen sind nach wie vor nicht absehbar. Die Kommission geht in ihrer Prognose davon aus, dass es keine zweite Corona-Infektionswelle geben wird. 
 
EU-Konjunkturpaket der Kommission muss schnellstens zum Abschluss kommen 

Am 8. Juli wollen die deutsche Bundeskanzlerin Merkel und Kommissionpräsidentin von der Leyen den Rahmen für das EU-Budget und das EU-Konjunkturpaket setzen, denn schon nächste Woche stehen beide Punkte beim EU-Gipfel auf der Tagesordnung. Beide Punkte sind miteinander verknüpft – die Geldmittel gegen Corona werden zumindest teilweise mit dem EU-Budget verzahnt bzw. werden sich auf die Ausgestaltung des Mehrjahresbudgets auswirken. Nach den schlechten Wirtschaftsprognosen für die EU-Mitgliedländer bleibt nur zu hoffen, dass sich die Staats- und Regierungschefs auf einen schnellen Abschluss des 750-Milliarden schweren Konjunkturpakets einigen werden. 
 
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