ÖGB-Europabüro

Winterprognose 2020: EU-Kommission geht von gedämpftem Wachstum aus

Auch Österreichs Wachstumsaussichten werden gesenkt


In der diese Woche veröffentlichten Winterprognose 2020, musste die Europäische Kommission ihre Zahlen erneut herunterkorrigieren: Nach der aktuellen Prognose wird das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Euro-Währungsgebiet in den Jahren 2020 und 2021 stabil bei 1,2% bleiben. Für die EU insgesamt wird ein geringfügiger Rückgang des Wachstums auf 1,4% in den Jahren 2020 und 2021 prognostiziert - 2019 ging man noch von 1,5% aus. Schuld daran ist der EU-Behörde zufolge die schwächelnde Wirtschaft in Deutschland, Frankreich und Italien, die wiederum das Wachstum in der Eurozone deutlich bremsen.

Vizepräsident Dombrovskis warnt vor Handelsunsicherheiten

Valdis Dombrovskis, Exekutiv-Vizepräsident der EU-Kommission für eine Wirtschaft im Dienste der Menschen, erklärte in der anschließenden Pressestunde der Kommission: „Trotz des schwierigen Umfelds ist die europäische Wirtschaft nach wie vor auf einem stetigen Wachstumspfad, es werden Arbeitsplätze geschaffen und die Löhne steigen. Wir sollten jedoch die potenziellen Risiken beachten, die von den sich verändernden geopolitischen Verhältnissen in Verbindung mit Handelsunsicherheiten ausgehen. Die Mitgliedstaaten sollten daher noch die Gelegenheit für Strukturreformen nutzen, um Wachstum und Produktivität anzukurbeln. Länder mit hoher Staatsverschuldung sollten sich verstärkt schützen, indem sie eine umsichtige Haushaltspolitik verfolgen.“

Wachstumsprognose für Österreich wurde herunterkorrigiert

Für Österreich hatte die EU-Kommission ihre Prognosen für das Jahr 2020 schon im Herbst und im Sommer gesenkt. Für das vergangene Jahr 2019 geht Brüssel laut aktuellsten Berechnungen hingegen von einem etwas höherem Wachstum aus -  1,6% statt 1,5%. Für 2021 wird nur mehr ein Plus von 1,3% erwartet (anstatt den bis vor kurzem erwarteten 1,4%). Die Maßnahmen im Steuerbereich und die steigenden Löhne und Gehälter sind die beiden Faktoren, die den Privatkonsum in Österreich weiterhin ankurbeln, der wiederum die Wirtschaft stützt. Der Außenhandel hat sich Ende 2019 etwas erholt (mit Ausnahme der Exporte von Maschinenbauerzeugnissen und Fahrzeugen) und dürfte in den nächsten zwei Jahren leicht wachsen. Die Immobilienpreise stiegen weiterhin mit einer Wachstumsrate von etwa 10%. Obwohl das Lohnwachstum 2019 schätzungsweise rund 3% erreicht haben dürfte, blieben seine Auswirkungen auf die Kerninflationsrate aufgrund der Verlangsamung des Beschäftigungswachstums begrenzt.

Keine Vorhersagen für zukünftige Beziehungen mit Großbritannien möglich

Da die künftigen Beziehungen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich noch nicht geklärt sind, beruhen die Projektionen für 2021 auf einer rein technischen Annahme des Status quo in Bezug auf die Handelsbeziehungen. Sie dient ausschließlich Prognosezwecken und ist keine Vorwegnahme oder Vorhersage des Ergebnisses der Verhandlungen über die künftigen Beziehungen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich.
 

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