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ÖGB-Europabüro

Griechischer Dachverband der Gewerkschaften (GSEE) feiert 100-jähriges Jubiläum

Gewerkschaftsbünde und hochrangig geladene Gäste diskutieren in Athen über die Zukunft der Arbeit

 

Der größte Gewerkschaftsbund Griechenlands - der Dachverband der Gewerkschaften der ArbeitnehmerInnen der Privatwirtschaft (GSEE) - feierte diese Woche sein 100-jähriges Jubiläum (1918-2018), nach seiner Gründung im Jahre 1918. Unter dem Motto „die Gewerkschaften waren da, sind da und werden immer da sein“, hielt der Präsident des Gewerkschaftsbundes, Giannis Panagopoulos, seine Rede vor hunderten geladenen internationalen Gästen.
 
Die Gewerkschaften wurden hart getestet und haben überlebt, weil sie die Macht des organisierten Kollektivs ausdrücken, so der Präsident. Es wird sie solange geben, solange es soziale Ungleichheit gibt und die Notwendigkeit, den ArbeitnehmerInnen eine bessere Zukunft zu sichern, besteht. Die Gewerkschaften stehen an der Schwelle einer neuen Ära und ihnen stehen tiefgreifende Veränderungen in der Arbeitswelt und in der Wirtschaft bevor. Die anschließenden Paneldiskussionen waren besetzt mit hochrangigen Gästen aus Gewerkschaften, Universitäten und der Zivilgesellschaft und konzentrierten sich auf das Thema „Arbeit 4.0 und die Rolle der Gewerkschaften.“
 
Digitale Revolution muss soziale Ungleichheiten angehen und beseitigen

7,1 Millionen Arbeitsplätze, so viele Jobs würden in den kommenden fünf Jahren verloren gehen, wenn die Welt digital vernetzt und Menschen von klugen Geräten ersetzt werden, so die Studie des Wirtschaftsforums. Nur 2,1 Millionen neue Arbeitsplätze würden entstehen - etwa für ComputerexpertInnen. Deswegen müssen wir die digitale Revolution nutzen, um wirtschaftliche und soziale Ungleichheiten, den Umweltschutz und die negativen wirtschaftlichen Folgen einer alternden Bevölkerung anzugehen. Griechenland befindet sich jetzt an einem besonders kritischen Wendepunkt, erklärte Panagopoulos. Das Land ist in den letzten Jahren aufgrund der Folgen der Sparmaßnahmen und der anhaltenden Krise und Stagnation in einer dauerhaften Destabilisierungsphase. Die Vergangenheit hat für uns alle eine andere Bedeutung erlangt, der steigende (Rechts-) Populismus in all seinen Erscheinungsformen, wurde und wird weiterhin angetrieben durch die schlimmste wirtschaftliche und soziale Krise der Nachkriegsgeschichte Griechenlands.
 
Die soziale Dimension Europas stärken

Mit Arbeit 4.0 gehen sowohl Chancen als auch Risiken für die Beschäftigten einher. In welche Richtung das Pendel ausschlägt, hängt stark davon ab, wie gut wir uns auf diesen Wandel vorbereiten, betonte der EGB-Präsident Rudy de Leeuw. Die Beteiligung der ArbeitnehmerInnen und die Mitbestimmung sind kein Hindernis für eine produktive und profitable Wirtschaft, sondern ganz im Gegenteil: Mitbestimmung ist ein Gewinn für die EU-Länder. Die aktive Beteiligung der ArbeitnehmerInnen und ihrer VertreterInnen trage nicht nur zur Beschäftigungsstabilität, sondern auch zur Ankurbelung der Wirtschaft bei.
 
IGB fordert „Just Transition“ für die Zukunft

Die Vorsitzende des Internationalen Gewerkschaftsbundes (IGB), Sharan Burrow, setzte den Fokus auf die Forderung nach gerechten Übergängen (Just Transitions), die den vom Strukturwandel durch industrielle Konversion bedrohten Beschäftigten, Gemeinden und Ländern sowie den von der Klimakrise am stärksten Betroffenen, Perspektiven bieten. Transnationale Unternehmen prägen die Globalisierung. Wenn die Globalisierung gerechter gestaltet werden soll, müssen transnationale Unternehmen besser reguliert und in die Gesellschaften, in denen sie tätig sind, eingebettet werden,“ forderte Burrow. In Anwesenheit von VertreterInnen der griechischen Regierung, unter anderem der Beschäftigungsministerin, internationaler Organisationen und Verbänden, Parteien, gesellschaftlichen Organisationen und VertreterInnen der europäischen und griechischen Gewerkschaftsbewegung, gratulierte auch sie dem griechischen Gewerkschaftsbund für sein 100-jähriges Bestehen und wünschte ihm weiterhin viel Erfolg.
 
Hintergrund zu den Gewerkschaften in Griechenland

In Griechenland gibt es zwei große Gewerkschaftsbünde: Der Dachverband der Gewerkschaften der ArbeitnehmerInnen der Privatwirtschaft (GSEE), ist hierbei die zweitgrößte gewerkschaftliche Organisation in Griechenland. Der GSEE organisiert ArbeitnehmerInnen im privatwirtschaftlichen Sektor und in staatlich kontrollierten Sektoren, wie Banken, Verkehr, Strom- und Wasserversorgung. Der Gewerkschaftsbund ADEDY umfasst ausschließlich BeamtInnen sowie LehrerInnen und Angestellte der Ministerien und Kommunalbehörden.

 

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