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ÖGB-Europabüro

Sechstes Treffen der EP Interessensgruppe Work-Life Balance

Neuartige Formen der Arbeitszeitordnung schaden zivilem Engagement

 

Evelyn Regner (S&D) und Thomas Mann (EPP) von der EP Interessensvertretung für „Work-Life Balance“ luden im Rahmen der European Sunday Alliance zu einem Arbeitsfrühstück in das Europäische Parlament ein, um die Auswirkungen von ehrenamtlicher Tätigkeit und der fortschreitenden Differenzierung von Beschäftigungsformen und Arbeitszeitmustern zu diskutieren.

 Zum bereits sechsten Mal hat die Interessensvertretung erfolgreich unterschiedliche VertreterInnen aus Politik, Gewerkschaft, Religionsgemeinschaft, Wissenschaft und Wirtschaft zusammengebracht um sich darüber auszutauschen, wie neuartige Formen der Arbeitszeitordnung eine Gesellschaft beeinflussen, vor allem in Hinblick auf ihr ziviles Engagement.


Moderne Arbeitswelt vereinnahmt Menschen zunehmend

Die gegenwärtige Arbeitswelt ist geprägt von neuartigen Modellen der Arbeitszeitordnung wie beispielsweise „All-In Verträgen“. Diese beinhalten oftmals eine hohe Überstundenpauschale, Wochenendarbeit und eine oftmals auch vom Arbeitgeber geforderte, ständige Erreichbarkeit, Arbeitsflexibilität, welche sich oftmals nicht nur nachteilig auf das Privatleben von ArbeitnehmerInnen auswirken, sondern auch deutlich deren Bereitschaft reduzieren, sich sozial oder bürgerschaftlich zu engagieren. Da, de facto, keine Zeit und Energie mehr vorhanden sind.


Ziviles Engagement wichtige Grundlage für eine widerstandsfähige Gesellschaft

Die Initiatoren und Vortragenden waren sich einig, dass ehrenamtliche Arbeit und ziviles Engagement jedoch elementare Säulen für das Funktionieren einer Gesellschaft sind, um den sozialen Zusammenhalt innerhalb einer Gemeinschaft zu stärken. Ein bürgerschaftliches Engagement setzt jedoch eine zeitliche Verfügbarkeit voraus. Ein wertvolles Gut, welches viele Menschen nicht mehr haben, da sie sehr stark von ihrer Arbeit eingenommen sind. Prof. Dr. Paul-Stefan Roß von der Fakultät Sozialwesen; Universität Stuttgart betonte im Rahmen des Arbeitsfrühstücks beispielsweise, „dass Menschen vom Druck der ständigen Erreichbarkeit geschützt werden müssen“. Chris Van Droogenbroeck, Repräsentant des Belgischen Gewerkschaftsbundes (LBC-NVK) zuständig für Handel, verwies auf die Problematik der Sonntagsöffnungszeiten. Einzelhandelsbeschäftigte stehen durch eine Ausweitung der Ladensöffnungszeiten unter vermehrten Druck weniger Zeit mit ihrer Familie verbringen zu können. Als Konsequenz wird ein soziales oder ziviles Engagement durch mangelnde Planbarkeit und Ausweitung der Arbeitszeiten in weiterer Folge auch erschwert.


 30-Stunden Arbeitswoche könnte Work-Life Balance verbessern

Dr. Agnieszka Piasna, Autorin der Studie „The why and how of Working Time Reduction“ des Europäischen Gewerkschaftsinstituts (EGI), unterstrich, dass eine organisierte Verkürzung der Arbeitszeiten notwendig ist, es jedoch keine Einheitslösung auf EU Ebene dafür gibt. Aus ihrer Studie, welche sie auch überblicksmäßig vorstellte, geht hervor, dass sich eine 30- Stunden Woche positiv auf die Work-Life Balance auswirken kann, es jedoch auch wichtig ist, dass ArbeitnehmerInnen nicht einem erhöhten Stresspegel durch straff-gesetzten Deadlines ausgesetzt sind.  Eine 30- Stunden Woche kann somit dazu beitragen, dass ArbeitnehmerInnen sich in Zukunft auch vermehrt sozial und bürgerrechtlich engagieren.


EU Rechtslage zu Work-Life Balance muss verbessert werden

Die EU Abgeordneten Evelyn Regner (S&D) und Thomas Mann (EPP) waren sich beide einig, dass Europäisches Recht garantieren muss, dass eine bessere Balance zwischen Privatleben und Arbeitsleben möglich ist. Die genaue Ausgestaltung bleibt jedoch noch offen.

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