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ÖGB-Europabüro

Arbeiten für Lieferplattformen in Zeiten von COVID-19

Dringend notwendiger Schutz für atypisch Beschäftigte


Die globale Corona-Pandemie zeigt, wie notwendig es ist, dass atypisch Beschäftigte den gleichen rechtlichen Schutz genießen wie ANinnen mit regulären Arbeitsverträgen. Die EU und die Mitgliedstaaten müssen den atypischen ANinnen den Zugang zu präventiver Gesundheit und Sicherheit, sozialem Schutz und allen anderen Arbeitsrechten gewähren. Angesichts der Ausbreitung des Virus besteht jedoch auch die Notwendigkeit, jegliche Liefertätigkeit einzustellen, die nicht als wesentlich angesehen wird. Die ANinnen sollten zudem in den Genuss der Regelungen für vorübergehende Arbeitslosigkeit fallen, die denen für normale ANinnen ähnlich sind. Die von einigen Ländern ergriffenen Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Virus und zur Gewährleistung einer gewissen Sicherheit für die Arbeitnehmer reichen nicht aus, um die am stärksten gefährdeten ANinnen zu schützen.

Die globale Pandemie: Ein großer Durchbruch für Lieferplattformen

Die Plattformen profitieren von den Marktchancen, die durch die vorübergehende Schließung von Geschäften und Restaurants entstehen. Während die großen Fast-Food-Ketten ihre Geschäfte überall auf der Welt schließen, sehen die Online-Lieferunternehmen dies als ihre goldene Chance an. Ihr Angebot ist jedoch stark eingeschränkt, obwohl sie mehrere Maßnahmen zur Verbesserung der Qualität ihrer Dienstleistungen und spezielle Verfahren zur Fortsetzung ihrer Arbeit eingeführt haben.                                                                                                                                                           

Uber Eats bietet Restaurants mittlerweile die Möglichkeit, ihr Einkommen täglich statt wöchentlich zu verdienen. Für diejenigen Unternehmen, die entweder einmalig oder dauerhaft auf der Plattform vertreten sein möchten, hat UberEats ein Team eingerichtet, das speziell dafür vorgesehen ist, den Registrierungsprozess zu beschleunigen. Deliveroo kündigte an, dass seit Anfang März allein in Frankreich 1.400 neue Betriebe dem Dienst beigetreten sind.

Aktuelle Beispiele 

  • Amazon, Deliveroo und andere Zustellplattformen haben eine Marketingstrategie mit der Bezeichnung "Null-Kontakt-Lieferung" vorgeschlagen, die darin besteht, den persönlichen Kontakt zwischen den KundInnen und FahrerInnen zu vermeiden, indem die Pakete vor die Tür   gelegt werden und die gekauften Waren online bezahlt werden. Es genügt jedoch schon, sich die Menschenmassen an ZustellerInnen um die Empfangsstellen anzuschauen, um zu verstehen, dass für die (Fahrrad-) (Fahrrad-) BotInnen eine soziale Distanzierung sehr schwierig ist. So etwas wie eine "Null-Kontakt-Lieferung" gibt es also nicht.
  • Deliveroo Frankreich schlägt vor, die Kosten für die medizinische Telekonsultation beim Arzt zu übernehmen und eine Gebühr von 25 Euro (!) für den Kauf von Schutzausrüstung für seine (Fahrrad-) BotInnen zu entrichten. Das Unternehmen hat auch ein Vergütungssystem für MitarbeiterInnen die an dem Virus erkrankt sind eingerichtet. Allerdings haben nicht alle kranken ANinnen Zugang zu diesem: Die AN sollten während der letzten 4 Wochen 130€/Woche verdient haben, um für diese Entschädigung in Frage zu kommen. Einem Fahrer, der nur 110€/Woche schaffte, wurde die Entschädigung von Deliveroo verweigert. 
  • Deliveroo Frankreich hat einen Fahrer entlassen, nachdem er Arbeitskampfmaßnahmen durchgeführt hatte, in denen Präventivmaßnahmen für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit gefordert wurden. Diese Sanktion wurde mitten in der Pandemie umgesetzt und betraf diejenigen, die an Streiks teilnahmen und die Einstellung ihrer Arbeit während dieser Zeit sowie eine Entschädigung für alle vom Covid-19 betroffenen (Fahrrad-) BotInnen forderten.
  • Amazon konzentriert sich weiterhin auf den Verkauf auf Kosten der Gesundheit seiner MitarbeiterInnen. Jeden Tag gibt es Tausende von Kontakten zwischen den Angestellten in den Lagerhäusern, was im Widerspruch zu den Maßnahmen steht, die von den Regierungen ergriffen wurden, um die Arbeiter zu Hause zu halten und die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Die französischen Gewerkschaften sind auch kritisch gegenüber der Tatsache, dass Amazon lügt, wenn der Konzern versichert, dass die Plattform nur "lebenswichtige Güter" verteilt, um auf die durch das Coronavirus verursachte Krise zu reagieren. In Frankreich kündigte das Unternehmen am 18. März an, dass es sich auf Haushalts-, Lebensmittel-, Medizin- und Schönheitspflegeprodukte konzentrieren werde. AN jedoch berichten, dass das Angebot des Unternehmens über diese grundlegenden Bedürfnisse hinausgeht und auch Artikel wie Liegestühle und andere Freizeitartikel umfasst.

Seit dem Marktabsturz vom 12. März 2020 ist die Amazon-Aktie in drei Wochen auf 220 Millionen Euro gestiegen. Jeff Bezos allein besitzt 80 Millionen in Amazon-Aktien.

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