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ÖGB-Europabüro

CSC-Kongress in Ostende bringt Gewerkschaften aus aller Welt zusammen

Gemeinsamer Austausch zur “Zukunft der Arbeit”

Dass der technologische Fortschritt bestehende Arbeitsformen in relativ kurzer Zeit drastisch verändern kann, ist der Gewerkschaftsbewegung quasi von Geburt an immer bewusst gewesen. Schließlich entstand sie selbst als Antwort auf die sich dramatisch verschlechternden Arbeitsbedingungen aufgrund der industriellen Revolution.

Mittlerweile spricht man bereits von der vierten industriellen Revolution. Statt Fließbandarbeit und Bergbau wird diese aber heute von einer Menge an gleichzeitig voranschreitenden Entwicklungen geprägt, wie zum Beispiel das Internet der Dinge, Robotik, künstliche Intelligenz oder Plattform-Wirtschaft.

Um auch weiter eine starke Stimme für ArbeitnehmerInnen darzustellen, müssen Gewerkschaften gemeinsam neue Strategien entwickeln. Zu diesem Zweck treffen seit Mittwoch, dem 9. Oktober, bis Samstag, dem 12. Oktober, in Ostende VertreterInnen von Gewerkschaften aus aller Welt zusammen. Auf dem Kongress der CSC, dem größten der drei belgischen Gewerkschaftsbünde, tauschen Gesandte aus Afrika, Asien, Südamerika und Europa sich vier Tage lang über mögliche Antworten auf diese Entwicklungen aus.

Technologischer Fortschritt muss aktiv gesteuert werden

Den Auftakt der Konferenz am Mittwoch machte der Präsident der CSC Marc Leemans. In seiner Rede betonte er, dass technologische Entwicklungen nicht bereits im Vorhinein als Bedrohungen empfunden werden sollen. In vielen Fällen können diese unser Leben vereinfachen. Es sei allerdings wichtig, sie gezielt zu steuern, um sicherzustellen, dass die Vorteile gleichmäßig verteilt werden und niemand zurückgelassen werde. Hier können vor allem die Sozialpartner eine wichtige Rolle spielen.

Viel Zustimmung dafür kam vom EGB, der durch Ludovic Voet (politischer Sekretär) vertreten wurde. Die Präkarisierung des Arbeitsmarktes müsse aufgehalten werden. Hier könne die EU und die europäischen Sozialpartner eine wichtige Rolle spielen. Auch Marie-Hélène Ska, Generalsekretärin des CSC, hob die Bedeutung der Zusammenarbeit unter Staaten und Gewerkschaften hervor. Das ILO Übereinkommen zu Gewalt und Belästigung am Arbeitsplatz wurde als wichtiges Beispiel für gelungene internationale Kooperation genannt.

Neue Strategien und bedeutende Siege in Belgien

Im Laufe des Tages wurden von den Belgiern konkrete Antworten auf die Herausforderungen der “Zukunft der Arbeit” vorgestellt. So wurde etwa vor kurzem von der Jugendabteilung des CSC ein WhatsApp-Kanal zur einfacheren Kommunikation eingerichtet. Außerdem gibt es mittlerweile eine Gewerkschaft für Selbstständige, die “Freelancers United”. Durch diese Maßnahmen soll sichergestellt werden, dass Gewerkschaften auch für junge Menschen in atypischen Verhältnissen relevant bleiben.

Unter anderem durch diese Strategien haben es belgische Gewerkschaften geschafft, die Rechte von ArbeitnehmerInnen zu stärken und sich kraftvoll und konstruktiv in den politischen Prozess einzubringen. 2019 traten die Gewerkschaften in Kollektivverhandlungen mit Ryanair ein, dessen Feindlichkeit gegenüber Gewerkschaften berüchtigt ist. Außerdem wurde bei Arbeitsmarktreformen der belgischen Regierung eine Ausnahme für behinderte Menschen erreicht, die von diesen oft besonders hart getroffen wurde.
 

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