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ÖGB-Europabüro

EGI-/EGB-Konferenz über Zukunft der Arbeit

Tiefgreifende Veränderungen durch Digitalisierung und Crowdwork


Die Welt der Arbeit ist im Begriff sich radikal zu verändern. Auf der einen Seite ist dies bedingt durch die sogenannte vierte Industrielle Revolution, die sich aus verschiedenen technologischen Entwicklungen ergibt. Etwa der Verbindung von Informationstechnologie und Robotisierung, das Internet der Dinge, 3D-Drucker, fahrerlose Autos, etc. Laut unterschiedlicher Studien sind dadurch über 50% der Arbeitsplätze in der EU bedroht. Andererseits entstehen neue Beschäftigungssysteme wie Crowdworking, bei dem einzelne Selbständige auf immer mehr Plattformen um Aufträge konkurrieren. Auch der klassische Arbeitnehmerbegriff gerät dadurch unter Druck.


Starke österreichische Beteiligung an Expertendiskussionen

Diesem Thema widmete sich diese Woche die großangelegte, dreitägige Konferenz „Shaping the New World of Work“, organisiert vom Europäischen Gewerkschafsinstitut (EGI) und dem EGB. Viele ExpertInnen aus Wissenschaft, Gewerkschaft, Politik und internationalen Organisationen (ILO, OECD, IWF, EU-Kommission) diskutierten die verschieden Aspekte der Arbeitswelt, die sich im Umbruch befinden. Als prominenter Gastredner war der Bestsellerautor und Ökonom Jeremy Rifkin geladen. Auch KollegInnen aus Österreich waren vertreten. Clara Fritsch und Wolfgang Greif (GPA-djp) sprachen über die Herausforderungen im ArbeitnehmerInnen-Datenschutz bzw. im Bereich der Ausbildung und Skills. Sylvia Kuba und Fridolin Herkommer von der AK Wien präsentierten zusammen eine aktuelle Studie zu Beschäftigung über Onlineplattformen.


Politik muss Zukunft aktiv mitgestalten

Eine hochkarätige Podiumsdiskussion unter anderen mit Beschäftigungskommissarin Marianne Thyssen, ILO-Generaldirektor Guy Ryder und Thomas Händel, EU-Abgeordneter (GUE/NGL) und Vorsitzender im Beschäftigungsausschuss des Europäischen Parlaments, eröffnete die Konferenz. Guy Ryder sprach sich in seiner Eröffnungsrede dafür aus, dass die Politik die Zukunft aktiv gestalten solle. „Wir können die Zukunft nicht vorhersehen, doch es gibt bereits heute zu viel Ungleichheit und Arbeitslosigkeit. Wenn sich dieser Trend in der Zukunft fortsetzt, müssen wir pessimistisch sein. Viele junge Leute sehen keine Zukunft in der Welt der Arbeit für sich. Es stehen große Veränderungen bevor, aber die Zukunft wird nicht nur von Technologien bestimmt. Was in der Arbeitswelt passiert muss von bestimmten Prinzipien getragen werden: Etwa Gleichheit und Sozialpartnerschaft.“ Thomas Händel beklagte ebenfalls die Passivität der Entscheidungsträger: „Die neue Industrielle Revolution wird die Arbeitsorganisation stark betreffen. Das Thema steht aber noch nicht im Zentrum der Diskussion. In der Diskussion wurde noch ein weiterer wichtiger Aspekt hervorgehoben: „Digitalisierung ist auch eine Frage der Verteilung. Wem nützen die Produktionssteigerungen? Besteuerung muss hier einen Ausgleich schaffen.“


EGB fordert Sicherheit und faire Beschäftigung für Arbeitnehmer der Zukunft

Die Europäische Gewerkschaftsbewegung ist sich der Herausforderungen und Bedrohungen bewusst. Auf der letzten Sitzung des EGB-Exekutivausschusses wurde ein umfassender Forderungskatalog für „faire digitale Arbeit“ verabschiedet. Unter anderem werden die angemessene Anerkennung der neuen Beschäftigungsverhältnisse und die Regulierung von Onlineplattformen verlangt. In diesem Sinne beklagte Veronica Nilsson, stellvertretende Generalsekretärin des EGB: „Der technische Fortschritt schafft momentan vor allem prekäre Beschäftigungsverhältnisse. Es gibt immer mehr Teilzeit und befristete Verträge. In Spanien läuft bereits ein Viertel der neuen Beschäftigungsverträge nur über eine Woche oder noch weniger. Die neuen Technologien verstärken den Wettbewerbsdruck. Langfristig können wir aber nicht über die billigsten Arbeitskräfte konkurrieren.“

 

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