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ÖGB-Europabüro

4-Tage-Woche: Spanien will Versuch starten

Ab Herbst 2021 soll das für vorerst drei Jahre geplante Pilotprojekt 4-Tage-Woche (32 Stunden) in Spanien landesweit starten und ist Teil des EU finanzierten Recovery Plan.

Das Projekt ist im Zuge der Budgetverhandlungen entstanden: Die Regierung von Pedro Sanchez brauchte einige Stimmen von Nichtregierungsabgeordneten, um das Budget zu verabschieden. Der Chef der linken Splitterpartei „Mas Pais“, der vorher bei Podemos war und dann seine eigene Partei gegründet hat, verlangte das als Gegenleistung für seine Zustimmung.

50 Millionen Euro wurden für dieses Projekt veranschlagt. Dieses Geld soll bis zu 200 Unternehmen fördern und dabei 6000 Arbeitsplätze unterstützen. Regierung, Gewerkschaften und Unternehmensvertreter überwachen das gesamte Projekt.

In Zukunft soll der Staat im ersten Jahr 100%, im zweiten Jahr 50% und im dritten Jahr 33% der Kosten übernehmen.

Die Gewerkschaften unterstützen das Projekt grundsätzlich, wurden aber bei der Ausarbeitung nicht ausreichend eingebunden.

Bewertung / Kritik:

  • Es handelt sich bei dem Projekt zunächst um eine Studie, die nun vom Staat finanziert wird und hauptsächlich in Unternehmen durchgeführt wird, die teilweise ohnehin schon flexible oder reduzierte Arbeitszeitmodelle haben, wie z.B. Airbus.
  • Von der spanischen Regierung selbst wird die baldige Einführung einer 4-Tage-Woche nicht als realistisch gesehen. Grund dafür ist die schlechte wirtschaftliche Lage laut Sozialminister Escriva („derzeit kein Spielraum“). Podemos-Vorsitzender und stv. Ministerpräsident Pablo Iglesias unterstützt das Projekt hingegen.
  • Reine Lohnsubvention: Hauptkritik der Gewerkschaften ist, dass den teilnehmenden Unternehmen einfach die Lohnkosten für die AZ-Verkürzung auf 4 Tage (idR von 40 auf 32 Stunden) ersetzt werden.
  • Forderung der Gewerkschaften: Die Ausgestaltung der konkreten Vereinbarungen sollte per KV oder Betriebsvereinbarung festgelegt werden.
  • Notwendig wären auch qualitative Vorgaben oder Indikatoren, Monitoring (wie entwickeln sich die Jobs in 4 Tagen tatsächlich?).
  • Weitere Kritik des Gewerkschaftsbundes UGT: Diese Initiative wird voraussichtlich nur von wenigen etablierten Unternehmen genutzt werden, aber kein Nutzen für AN in KMUs, prekär Beschäftigte, AN in Teilzeit etc.

Zusammenfassend ein spannender und begrüßenswerter Versuch, der die Diskussion auch in anderen EU-Ländern beflügeln sollte, allerdings handelt es sich um einen sehr begrenzten Ansatz und es besteht noch deutlicher Verbesserungsbedarf für eine zukünftige Ausgestaltung.

 

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