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ÖGB-Europabüro

Rückschritte in Geschlechtergleichstellung durch COVID-Krise

Am 8. März 2021 wendeten sich die US-Vizepräsidentin Kamala Harris und Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern zu den Abgeordneten des Europäischen Parlaments, um den Beitrag von Frauen an vorderster Front in der COVID-19-Krise zu würdigen. Denn Frauen standen und stehen im Kampf gegen COVID an vorderster Front: So sind etwa 76 % im Gesundheits- und Sozialbereich Frauen. Bei den Entscheidungen im Kampf gegen COVID kann die Repräsentation von Frauen hingegen nur als sehr bescheiden bezeichnet werden: So waren etwa 85,2 % der nationalen COVID-Task-Forces hauptsächlich von Männern besetzt.

Frauen mehr von Arbeitslosigkeit und Stundenkürzungen betroffen

Der jährlich im Vorfeld des feministischen Kampftages erscheinende Gleichstellungsbericht des Europäischen Gleichstellungsinstitut (EIGE) verdeutlichte einmal mehr, dass Frauen von der COVID-Krise stärker als Männer betroffen sind. So waren diese etwa überdurchschnittlich stark von Jobverlusten und Stundenkürzungen betroffen. Die Folgen der COVID Pandemie sind zudem nicht nur gravierender, sondern auch länger anhaltend: Vom Anstieg der Beschäftigungszahlen im Sommer konnten Frauen nur halb so viel profitieren wie Männer. ÖGB-Vizepräsidentin und -Frauenvorsitzende Korinna Schumann warnt: „Wir können es uns nicht leisten, auf gut ausgebildete Frauen als qualifizierte Arbeitskräfte zu verzichten“. Und auch Ingrid Reischl, leitende ÖGB-Sekretärin, betont: „Auch wenn es ganz leicht bergauf geht, gibt es keinen Grund zu feiern“. Frauen werden in Österreich von der coronabedingten Arbeitslosigkeit mit einem Plus von 34 Prozent härter getroffen als Männer. In Landgemeinden sind derzeit sogar um zwei Drittel mehr Frauen arbeitslos als vor Ausbruch der Pandemie, und die Zahl der Frauen, die seit über einem Jahr ohne Erwerbsarbeit sind, hat sich im Vergleich zum Vorjahr mit einem Plus von 47 Prozent fast verdoppelt. Der ÖGB fordert ein Arbeitsmarktprogramm speziell für Frauen und gezielte Maßnahmen, die Frauen für besser bezahlte Jobs qualifizieren.

Anstieg von Gewalt gegen Frauen und Sorgearbeit-Verpflichtungen 

Auch die Gewalt an Frauen stieg dramatisch mit den ersten Lockdowns an, alleine in Frankreich kam es in der ersten Woche laut offiziellen Zahlen zu einem Anstieg von 32 %. Unterstützungseinrichtungen für Betroffene benötigen dringend mehr finanzielle Mittel von den Mitgliedsstaaten. Zudem ist die Anerkennung von Gewaltschutzeinrichtungen als „essentiell“ wichtig, damit diese nicht Schließungsmaßnahmen zum Opfer fallen können. Mit den Schutzmaßnahmen rund um COVID kam es auch zu einem Anstieg von Care-Verpflichtungen für Eltern durch Home-Schooling. Dies wirkte sich besonders stark auf Frauen aus: So verbrachten Frauen im Durchschnitt 62 Stunden pro Woche mit Kinderbetreuungspflichten, bei Männer waren es im Vergleich nur 36 Stunden. Die Erholung von der Krise muss unbedingt die stärkeren Folgen für Frauen berücksichtigen und daher unbedingt eine geschlechtergerechte sein. Dies fordert auch MEP Evelyn Regner: „Die Wiederaufbauprogramme der EU müssen daher bei den Frauen ankommen, damit sich die Krise nicht verfestigt“.

 

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