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ÖGB-Europabüro

EGB fordert angemessene Mindestlöhne in der EU

Lohnerhöhung für 24 Millionen Menschen in Europa möglich

Der europäische Gewerkschaftsbund (EGB) setzt sich für adäquate europäische Mindestlöhne ein. Die angestrebte Regelung würde sicherstellen, dass arbeitende Menschen in ihrem Mitgliedsstaat nicht weniger als 60% des Medianeinkommen oder 50% vom Durchschnittseinkommen verdienen dürften.

Diese sogenannte „Anstandsschwelle“ hat die Kommission in ihren Richtlinienentwurf aufgenommen. Nun soll sichergestellt werden, dass auch das europäische Parlament für diese Schwelle eintritt. Der EGB ruft außerdem alle Mitglieder des europäischen Parlaments auf zu garantieren, dass die gesetzlichen Mindestlöhne über der „Anstandsschwelle“ berechnet werden, damit in Zukunft alle arbeitenden Menschen ein Niveau erreichen, von dem sie einen angemessenen Lebensstandard haben.

Die Einführung der „Anstandsschwelle“ würde zu einer Lohnerhöhung für mindestens ein Viertel der Beschäftigten in sechs EU-Ländern führen, so eine Analyse der Kommission.

Esther Lynch, stellvertretende Generalsekretärin des EGB: "Ein Mindestlohn, der die Arbeitnehmer in Armut lässt, zerstört den Sinn des Mindestlohns."

„Die Europäische Kommission hat zwar die angespannte Situation erkannt, mit der Millionen von Mindestlohnempfänger*innen konfrontiert sind, aber ihr Richtlinienentwurf wird sich nicht in einer realen Lohnerhöhung niederschlagen.“

Es ist nun Sache des Europäischen Parlaments und der europäischen Regierungen, den Richtlinienentwurf zu ändern, um sicherzustellen, dass die Mitgliedstaaten ihre Mindestlöhne nicht mehr unter der Anstandsschwelle ansetzen können. Darüber hinaus muss die Richtlinie dahingehend geändert werden, dass die Mitgliedstaaten verpflichtet sind, ihre gesetzlichen Mindestlöhne über die Anstandsschwelle zu setzen und auf einem „angemessenen“ Niveau zu zahlen. Dies soll unter vollständiger Einbeziehung der Gewerkschaften ausgearbeitet werden.

„Eine angemessene Lohnerhöhung für Niedrigverdiener in Europa ist längst überfällig und würde den Zusammenhalt der EU fördern!“

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