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Spanische Ratspräsidentschaft macht sich für Frauen stark

Beschäftigungsquote erhöhen, Lohngefälle reduzieren, Gewalt verhindern

Die spanische EU-Ratspräsidentschaft hat dazu aufgerufen, entschiedener gegen die Schlechterstellung von Frauen vorzugehen. So sollten in Zukunft mehr Frauen einer beruflichen Tätigkeit nachgehen als bisher, die Bezahlung angeglichen und Gewalt verhindert werden.

Neue Zielquote: 75% der Frauen in Beschäftigung
Diese Ziele sollten auch Eingang in die neue Wirtschaftsstrategie der Europäischen Union bis 2020 ("Europa 2020") finden:  Für Frauen sollte dort eine Beschäftigungsquote von 75 Prozent festgeschrieben werden, forderte Spaniens Gleichstellungsministerin Bibiana Aído am Freitag (26. März) bei einem informellen Treffen mit Ihren 26 EU-KollegInnen in Valencia. Derzeit liege diese Quote bei 63 Prozent. Das seien 13 Prozentpunkte weniger als bei Männern.

Gleiche Bezahlung, null Toleranz bei häuslicher Gewalt gegen Frauen
Außerdem müsse der bestehende Unterschied bei der Bezahlung endlich verschwinden. Es gehe nicht an, dass Frauen weiterhin rund 17 Prozent weniger verdienten als ihre männlichen Kollegen, so die Ministerin. Gemeinsam mit ihren EU-Minister-KollegInnen forderte sie zudem ein härteres Durchgreifen gegen häusliche Gewalt.

Spanischer Regierungschef verspricht verstärkten Einsatz
Mit dem Appell ging die die spanische Ministerin weiter als ihr Chef José Luis Rodríguez Zapatero, der als Präsident des amtierenden EU-Ratsvorsitzes am Sonntag (28. März) von einer erstrebenswerten Frauen-Beschäftigungsquote von "nur" 70 Prozent bis 2020 sprach. Spanien werde sich während seiner Präsidentschaft und darüber hinaus massiv für die "endgültige Gleichstellung der Geschlechter" im Rahmen der neuen EU-Strategie einsetzen, versprach der spanische Regierungschef beim Treffen "Spanische und afrikanische Frauen für eine bessere Welt".

Neue Wege bei Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen
Auch die Schließung des Lohngefälles sei ihm ein großes Anliegen ebenso wie die Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen. Da gelte es, "neue Wege zu gehen". Die EU sei hier nicht nur eine wichtige Referenz für Spanien, sondern auch für andere Regionen auf der Welt, sagte Zapatero mit Blick auf die TeilnehmerInnen aus Afrika. Gleichstellung und Gleichbehandlung müssten eine "homogene Realität" in Europa werden, in ländlichen Gegenden wie in den Städten, im beruflichen wie im familiären Umfeld, so der spanische Regierungschef abschließend.  

Enttäuschende Vorgängerpräsidentschaft
Es bleibt also abzuwarten, ob der Einsatz Spaniens im Bereich der Geschlechtergleichstellung tatsächlich von Erfolg gekrönt sein wird und Taten folgen oder es weiterhin bei Lippenbekenntnissen bleibt. Bemerkenswert ist jedenfalls, dass von der Spanischen Ratspräsidentschaft mehr Initativen ausgehen als von der Vorgängerpräsidentschaft Schweden: Die Schweden blieben in der Hinsicht weit unter den Erwartungen.

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