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Lobbying und Interessenvertretung - Was ist das?

Obwohl Lobbying und Interessenvertretung gleiche Ziele haben - nämlich Entscheidungen zu Gunsten eigener Interessen zu beeinflussen - gibt es grundlegende Unterschiede zwischen beiden Begriffen.

Reines Lobbying erfolgt in der Regel punktuell und betrifft Partikularinteressen einzelner Personen oder Gruppen. Dagegen verstehen wir uns als Interessenvertretung einer demokratisch organisierten Gruppe, die die große Mehrheit der Gesellschaft, nämlich die ArbeitnehmerInnen, repräsentiert. Demzufolge ist die Stellung von Gewerkschaften nicht mit kommerziellen Lobbyingaktivitäten zu vergleichen. Sowohl in Österreich als auch im EG-Vertrag sind Gewerkschaften als aktive Akteure im politischen Meinungsbildungsprozess anerkannt. Unsere Stärke ist das politische Gewicht unserer Mitglieder, nicht die finanzielle Potenz von Geldgebern.

Lobbying und Interessenvertretung - wer sind die Akteure?
Je nach Definition sind cirka 1.000 bis 3.000 Organisationen und Verbände mit geschätzt 10.000 bis 30.000 Personen als Interessenvertreter im Brüsseler EU-Umfeld tätig. Genauso wie es bei der Anzahl der Akteure schwierig ist, eine genaue Anzahl festzulegen, so verhält es sich auch mit der Zusammensetzung der Akteure. Schätzungen gehen davon aus, dass von den Brüsseler Interessenvertretern weit mehr als zwei Drittel für Wirtschaftsdachverbände, Unternehmensvertretungen sowie für Beratungs- und Anwaltsfirmen tätig sind. Nicht zu unterschätzen ist auch die zunehmende politische Bedeutung sogenannter Think Tanks: Hinter einem wissenschaftlichen Anspruch verbirgt sich aber häufig die Vertretung handfester wirtschaftlicher Interessen.

Die Vertretung der Beschäftigten in der EU wird im Wesentlichen von den nationalen Gewerkschaftsverbänden, dem Europäischen Gewerkschaftsbund sowie den europäischen Branchenverbänden der ArbeitnehmerInnen wahrgenommen, die wiederum dem EGB angehören. Zahlenmäßig stellen wir nur einen Bruchteil der Brüsseler "Lobbyisten". Diese quantitative Unterlegenheit versuchen wir durch Kooperation und langfristige politische Zusammenarbeit mit unseren PartnerInnen auszugleichen. Umso wichtiger ist es, dass der ÖGB vor Ort vertreten ist und das politische Netzwerk der Gewerkschaften in der EU verstärkt.

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