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Frankreichs Demokratischer Gewerkschaftsbund (CFDT) lädt zum 49. Bundeskongress ein

1750 Delegierte debattieren über den Tätigkeitsbericht und die aktuellen Herausforderungen der französischen Arbeitnehmervertretungen

Der 49. Kongress der Confédération française démocratique du travail (CFDT) -Französischer Demokratischer Gewerkschaftsbund- begann mit der Rede des Generalsekretärs, Laurent Berger, unter tobendem Applaus der über 2300 anwesenden internationalen Gästen, darunter 1750 Delegierten.  Der Vorsitzende des größten Gewerkschaftsbundes in Frankreich gab eine kompromisslose Beurteilung der vergangenen vier Jahren, bevor er das Wort an die Delegierten zur Debatte des Tätigkeitsberichts übergab. Es sei an der Zeit, Bilanz zu ziehen, „vier sehr schwierige Jahre, aber zugleich auch zahlreiche Siege für die Arbeiter liegen hinter uns“, so Berger. Der Generalsekretär der CFDT ging bei vielen Themen in die Offensive: Er führte immer wieder die Beispiele einer Sicherstellung der Lebensqualität am Arbeitsplatz und die notwendige Demokratisierung der Unternehmen, als Grundvoraussetzungen für faire Arbeit auf. Er ging auch auf die Frage des sozialen Dialogs ein und betonte, dass in den letzten vier Jahren, drei Reformen in diesem Bereich erfolgreich waren. Am zweiten Tag des Kongresses stimmten die Delegierten mit einer großen Mehrheit den Änderungen der Statuten des nationalen Büros der CFDT zu. Die Höchstzahl der Sitze des nationalen Büros steigt von 39 auf 42, mit neuen Regeln zur Geschlechtergleichstellung. Die Zusammensetzung des nationalen Büros beträgt somit 10 Sitze bei voller Parität für den Vorstand, 15 Sitze für die Verbände, von denen höchstens 8 Männer oder Frauen, 15 Sitze für die Regionen, von denen höchstens 8 Männer oder Frauen, 1 Sitz für Führungskräfte und 1 Sitz für Rentner. Auf dem Weg zur Abstimmung wurde immer wieder die Notwendigkeit unterstrichen, die beiden wichtigen Themen der Vertretung von RentnerInnen in den nationalen Büros und die Geschlechtergleichstellung voranzutreiben.
   
                                                                                                                                                            
Aktuelle Kommissionsvorschläge müssen noch in dieser Legislaturperiode abgestimmt werden 

Luca Visentini, Generalsekretär des EGB, betonte um den steigenden Populismus bekämpfen zu können, müssen zuerst die sozialen Ursachen bekämpft werden. Die soziale Säule ist ein erster großer Schritt in diese Richtung, aber man müsse weiterhin auf ein soziales Europa bestehen und dafür mobilisieren. Eine echte wirtschaftspolitische Strategie ist für die Umsetzung der europäischen Säule sozialer Rechte unerlässlich, so Visentini. Wir haben alle das Engagement der nationalen Regierungen im vergangenen November in Göteborg für die Wiederherstellung der sozialen Dimension der EU sehr begrüßt, betonte der Generalsekretär. Jetzt ist es an der Zeit, konkrete Ergebnisse für EU-BürgerInnen und ArbeitnehmerInnen zu erzielen, wobei sowohl die legislativen als auch die nichtlegislativen Maßnahmen, noch vor dem Ende des Mandats der Kommission abgeschlossen werden müssen.

Verschlechterung der weltweiten Situation von Gewerkschaften

"Eine Reihe von demokratischen Ländern hat es versäumt, die Rechte ihrer BürgerInnen zu garantieren sich zu organisieren, sich zu äußern und Maßnahmen zu ergreifen,“ erklärte die Generalsekretärin des IGB, Sharan Burrow. Im letzten Jahr wurde eine beträchtliche Anzahl von öffentlichen Protesten von nationalen Behörden vieler (darunter leider auch europäischer) Länder, entweder mit systematischen Verhaftungen von ArbeitnehmerInnen und GewerkschafterInnen oder massiven Entlassungswellen, als Vergeltungsmaßnahme verboten oder massiv unterdrückt.

Hintergrund zur CFDT

Die Confédération française démocratique du travail (CFDT) (Französischer Demokratischer Gewerkschaftsbund) ist mit etwa 800.000 Mitgliedern der größte Gewerkschaftsbund Frankreichs.

Gegründet wurde die CFDT 1964, als die Mitglieder des christlichen Gewerkschaftsbunds Confédération française des travailleurs chrétiens (CFTC) sich mehrheitlich für eine Säkularisierung und die Umbenennung zur CFDT entschieden.

 

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