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Weltfrauentag 2017

Vor 40 Jahren erklärten die Vereinten Nationen den 8. März zum Weltfrauentag

1977 verlieh die UNO diesem Datum einen weltweiten Rang  und erklärte den 8. März künftig zum Internationalen Frauentag. Die Gleichstellungspolitik der Europäischen Union geht sogar noch weiter zurück und so wurde die Gleichstellung von Frauen und Männern schon vor 60 Jahren als einer der Grundwerte der EU in den Verträgen von Rom verankert. Seitdem spielt die EU zwar eine Vorreiterrolle auf diesem Gebiet, aber es sind nach wie vor Maßnahmen nötig, um eine gerechtere Aufteilung der Verantwortung zwischen Männern und Frauen sowohl im Berufsleben als auch im Privatleben zu gewährleisten.  Im Vergleich zu früher sind im Jahr 2017 zwar mehr Frauen erwerbstätig, mehr Frauen haben einen Hochschulabschluss und mehr Frauen sind in der Politik aktiv oder sitzen in Führungspositionen in europäischen Unternehmen, dennoch leiden sie immer noch stärker unter der Altersarmut: Das geschlechtsspezifische Pensionsgefälle in der Altersgruppe der über 65-Jährigen liegt noch immer bei 40%. Der soziale Status und der Familienstand wirken sich ebenfalls auf das Pensionsgefälle aus. In der Europäischen Union besteht nach wie vor ein geschlechtsspezifisches Einkommensgefälle von ca. 17%, das vor allem durch Diskriminierung und Segregation sowie durch Unterbrechungen der Berufstätigkeit bedingt ist. Statistisch gesehen bedeutet dies, dass Frauen somit etwa 2 Monate pro Jahr oder 1 Stunde und 20 Minuten pro Tag kostenlos arbeiten.

Kommissionsstrategie für die Gleichstellung der Geschlechter

Im Rahmen ihres strategischen Engagements für die Gleichstellung der Geschlechter (2016–2019) stellt sich die Europäische Kommission gegen Ungleichheiten in wichtigen Bereichen wie Arbeit, Bezahlung, Mitsprache bei Entscheidungen und Gewalt. Die Europäische Kommission widmet das Jahr 2017 zudem der Beseitigung aller Formen von Gewalt gegen Frauen und Mädchen.  Noch in diesem Jahr will die Europäische Kommission eine neue Initiative für die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben für berufstätige Eltern und Betreuungspersonen vorstellen. In ihren Außenbeziehungen wird die Kommission auf der Grundlage des EU-Aktionsplans für die Gleichstellung (2016-2020) ihren Fokus insbesondere auf die Unterstützung von Frauen und Mädchen weltweit richten, die vom Zugang zu Bildung, Gesundheit und Familienplanungsleistungen, dem Arbeitsmarkt sowie dem politischen Leben ausgeschlossen und mit diskriminierenden Vorschriften und Gesetzen in Bezug auf Erbschaft, Staatsbürgerschaft und Eigentum an Grund und Boden konfrontiert sind.

EGB Kampagne „Her Pay Rise - Our Pay Rise”

Frauen haben es schwieriger ihre Arbeits- und Familienpflichten in Einklang zu bringen. Infolgedessen treten Teilzeitarbeit, Mini-Jobs und Karrierepausen viel häufiger bei Frauen auf und haben einen direkten Einfluss auf ihre Löhne und Pensionen. Der Europäische Gewerkschaftsbund (EGB) hat deswegen eine Kampagne mit dem Logo "Europa braucht eine Lohnerhöhung" gestartet, die sich unter anderem für die ArbeitnehmerInnen in Europa und vor allem für die Schließung des geschlechtsspezifischen Lohngefälles einsetzt.

Zum geschichtlichen Hintergrund wurde der Internationale Frauentag erstmals 1909 in den USA gefeiert. Ab 1911 dann auch in Österreich, Dänemark, Deutschland und der Schweiz. Seitdem schließen sich immer mehr Länder an.

 

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